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Gelebte Umkehrungen sind die Weisheit des Tuns

Wie bringe ich die Erkenntnis der inneren Arbeit ins Leben?

In jeder tiefgehenden inneren Arbeit werden alte Gedankenmuster und Emotionen losgelassen. Diese innere Wandlung wird oft als Erkenntnis oder Einsicht erfahren. Natürlich wird sich auch ab dem Moment unser Fühlen und Handeln ändern.
Doch oft gibt es Schwierigkeiten diese neuen Einsichten ins Leben zu bringen. Um diesen Prozess der Wandlung richtig und mit Kraft ins Leben zu bringen kannst du mit “gelebten Umkehrungen” deine Achtsamkeit lenken. Denn viel mehr als Gedanken, verknüpft das handeln uns mit der Welt.

 

     “Nicht an den Worten werden sie gemessen, sondern an ihren Taten” Don 

 

Was sind Umkehrungen und warum sollte ich damit arbeiten?

In meiner Studentenzeit ist mir immer wieder aufgefallen, dass die Menschen manchmal bestimmte Dinge sagten und dann später genau das Gegenteil davon gemacht haben. Ich schloss daraus, dass das das Gegenteil manchmal wahrer für sie ist. Viele Jahre später lernte ich “The Work” von Byron Katie kennen. In dieser Arbeit gibt es ein bedeutendes Kapitel mit Umkehrungen.

Nachdem man einen Gedanken mit den 4 Fragen von The Work untersucht hat, bildet man Umkehrungen und sucht echte, konkrete Beispiele für diese Umkehrungen. Durch diese mentale Arbeit mit den Umkehrungen kann der Verstand sich noch mehr für die Realität öffnen. Es hilft die Dualität der Gedankenwelt zu entdecken und bestenfalls hinter sich zu lassen. So können noch mehr Einsichten und Erkenntnisse gewonnen werden, die deinen Geist umfassender befreien können.

 

Wichtig: Du kannst nur tiefgehend mit einer Umkehrung arbeiten, wenn du vorher den Gedanken innerlich losgelassen hast. Es hat sich gezeigt, dass man diese Übungen nur selten erfolgreich machen kann, wenn man die Gedanken nicht vorher durch innere Arbeit losgelassen hat. Das Gilt besonders für “gelebte Umkehrungen”

 

 

 

So kannst du die Weisheit der inneren Arbeit einsetzen:
du tust, was dich in Harmonie mit dir bringt.

Indem du einen ehemals stressvollen, unterdrückenden Gedanken loslässt und danach umkehrst, kannst du mit einem positiven, unterstützenden (Umkehr-)Gedanken im Alltag arbeiten. Diese Arbeit kann und wird vor allem im Bewusstsein stattfinden. Sie wird sich bis ins Denken, Fühlen, Sprechen und Handeln auswirken, wenn du den Fokus darauf legst.

Wenn der ursprüngliche Gedanken dir vorher Leid gebracht hat, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine “Umkehrung” dieses Gedankens dich unterstützen kann in die Heilung, zu dir selber und in den inneren Frieden zu kommen. Soweit die Theorie!

 

Mache eine Übung: schreib eine Liste…

 

Schau auf die Liste der Gedanken, die du schon gefunden und losgelassen hast. Wähle einen Gedanken aus, der dich innerlich anspricht. Dann bilde die Umkehrung zu dir selber. Du kannst evtl. auch die Umkehrung ins Gegenteil oder zur anderen Person nehmen. Höre die Entscheidung in deinem Herzen… lass dein Herz sprechen.
Mit dieser Umkehrung kannst du nun auf verschiedene Arten umgehen.

Nimm die “gelebte Umkehrung” für eine begrenzte Zeit von 1, 2 oder mehrere Tage. Lass dich von deiner Intuition leiten und vielleicht länger machen: 1 Woche oder 1 Monat. Es gibt hier keine festen Regeln. Mach es solange, wie es sich gut und hilfreich anfühlt für dich. Du kannst von einer Liste, die du schon bearbeitet hast, mehrere Gedanken in die “gelebte Umkehrung” nehmen – jeden Tag eine andere oder nach einem intuitiveren Rhythmus – ganz wie es für dich passt. WICHTIG: überfordere dich nicht – nimmt dir nur eine “gelebte Umkehrung” am Tag vor. Wenn das dauerhaft klappt, kannst du es erweitern um eine weitere Umkehrung.

 

Diese Möglichkeiten kannst du anwenden:

  1. Achtsamkeits-Übung am Morgen für den Tag:
    Den Gedanken auf ein Blatt schreiben (oder in eine App/auf einen Zettel) und es an einem Ort aufhängen, der gut sichtbar ist morgens / mittags / abends. Nimm einen Moment Stille und verweile bei der Umkehrung und nimm “sie mit in den Tag”. Frage: Wie kann diese Umkehrung heute mit Achtsamkeit gelebt werden? Wie kann ich sie “erfahren”, dadurch , dass ich sie in mein Leben bringe? Werde so konkret wie möglich. Wischi-Waschi hilf hier nix.
     
  2. Drei Minuten abends um die “Erkenntnisse” einzusammeln:
    nimm dir drei Minuten Stille und lass den Tag Revue passieren.
    Frage innerlich: wie habe ich diese Umkehrung diesen Tag gelebt? Du kannst ein Blatt Papier nehmen und diese Erkenntnisse aufschreiben. Dadurch vertieft sich die Übung und entschleunigt dich gleichzeitig. Prüfe genau, ob wo du diese Umkehrung vielleicht bisher übersehen hast, weil dein Denken es “überschrieben hat”.

    Hinweis: mach das nicht zu spät – nicht als Letztes. Du solltest noch wach genug sein, innerlich zu erforschen, zu hinterfragen, etc. Es ist eine Mini-Meditation – keine Übung nur im Kopf. 
  3. Du kannst die Punkte a. und b. mischen, beides machen oder in einer anderen Form tagsüber einsetzen. Wenn du ein Kalender mit Erinnerungsfunktion hast oder dir selber Emails mit Zeitsteuerung schicken kannst, kannst du dir tagsüber für eine begrenzte Zeit diese Umkehrung schicken. Diese Info kannst du dann innerlich mit der nötigen Aufmerksamkeit versehen. Du kannst danach suchen, wo du die Umkehrung schon gelebt hast – vielleicht ohne, dass es dir richtig bewusst wurde.  Oder spontan etwas tun, was der Umkehrung entspricht:
    Beispiel – stressvoller Satz “Die Anderen grenzen mich aus”
    Umkehrung “Ich grenze mich von den Anderen aus”.
    => gelebte Umkehrung: “ich gehe auf jemand zu, der in meiner “alten Welt” ein “Ausgrenzer” gewesen war oder sein könnte. Ich spreche ihn an und bemerke die Reaktion. Ich finde heraus, ob ich konkrete Anhaltspunkte für eine echte Ausgrenzung bemerken kann. Falls ja, ergründe ich es tiefgehender.
    Vielleicht auch im Dialog direkt durch “eine Frage” wie zum Beispiel “Ich hab den Gedanken, dass du keinen Kontakt mit mir möchtest. Stimmt das?” – Bist du offen für jede mögliche Antwort? Bemerke, was in der Realität geschieht, und was dein Geist dir innerlich “vormacht” bevor der Andere begonnen hat zu sprechen…
     
  4. Eine weitere Möglichkeit ist einen Umkehrsatz, der von besonderer Kraft und Bedeutung ist, tatsächlich auszudrucken in großen Buchstaben und diesen Ausdruck an eine sehr wichtige Stelle zu hängen. Lass diesen Satz, wie eine Medizin solange dort hängen und verinnerliche diesen Gedanken immer wieder, bis er dir in “Fleisch und Blut” übergegangen ist. Wenn dieser Gedanke so zu dir geworden ist, wirst du bemerken, dass du die äußere Erinnerung (wie passend das Wort hier ist) nicht mehr brauchst. 
  5. Frage dich “WIE kann ich diese Umkehrung leben?”
    Die ist die Intensive und vermutlich stärkste Form der “gelebte Umkehrung”: Schreibe konkrete, verbindliche Verhaltens-Muster/-Möglichkeiten auf. Mache “Verträge” mit dir selber, die dein neues Verhalten schon vorab regeln und den Weg in die neue Richtung ebnen. Diese “wie´s” sollten so konkret sein wie eine normale andere Verabredung mit jemand Anderem, die du in deinen Kalender schreiben würdest. Dennoch sollten sie so einfach und direkt umsetzbar sein, dass kein weiteres “Nachdenken” oder Abwägen stattfinden braucht. Unter Umständen musst du ein oder zwei Versuche machen es zu üben, bevor du “startklar” bist die Umkehrung ins Leben zu bringen. Diese Variante der gelebten Umkehrung ist scheinbar die Schwierigste. Meiner Beobachtung nach kommen nur wenige Menschen im Alltag bis zu dieser Variante. Daran kannst du auch für dich selber messen, ob du wirklich dein “altes Leben loslassen” willst oder ob du zumindest Teile davon (vielleicht sogar ohne bis dahin zu wissen warum) noch nicht loslassen willst.Es braucht Stille und einen sehr offenen Geist um konkrete, sinnvolle WIE´s zu finden.
    Nehmen wir ein Beispiel um es zu verdeutlichen:

    “Er sollte mich nicht einengen” war der ursprüngliche, stressvolle Gedanke.die Umkehrung zu MIR SELBER: ICH sollte mich nicht einengen”
    Weitere Umkehrungen sind möglich:
    Die Umkehrung ins Gegenteil: “Er sollte mich einengen”
    die Umkehrung zur anderen Person: ICH sollte IHN nicht einengen”. 

Meist ist es sinnvoll die Umkehrung zu sich selber zu benutzen.
Jetzt fragst du dich in Stille:
“Wie kann ich diese Umkehrung leben / ins Leben bringen: ich sollte mich nicht einengen“?

  • in dem ich mir mehr Freiräume gebe
  • dadurch, dass ich mich NICHT zu etwas zwinge, was ich nicht tun will.
  • In dem ich mir Zeit schenke, etwas zu tun, was mir wirklich wichtig ist.
  • In dem ich mir mehr Freiheiten gebe
  • und so weiter…

So etwa könnten die Antworten wie in einem Brainstorming in dir aufkommen.
Das ist jedoch im Sinne der Übung leider noch zu unkonkret!

 

 

      “Talking heros, doing zeros” Sai Baba 

 

Die Fortsetzung dieses Artikels findest in einem weiteren Artikel über gelebte Umkehrungen hier im Blog

Lebe die Umkehrung ins Glück

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